Wortschatz

In manchen Büchern findet man ganz besondere Stellen, die einem aus der Seele sprechen und Gegebenheiten, Gedanken und Gefühle genau auf den Punkt bringen. Hier ist eine kleine Sammlung an diesem “Wortschatz”, den ich auf meiner Lesereise ausgegraben habe.

#1

“Ich bin immer traurig, wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe”, sagte Agnes. “Es ist, als sei ich zu einer Person des Buches geworden. Und mit der Geschichte endet auch das Leben dieser Person. Aber manchmal bin  ich auch froh. Dann ist das Ende wie die Befreiung aus einem bösen Traum, und ich fühle mich ganz leicht und frei, wie neugeboren. Ich frage mich manchmal, ob die Schriftsteller wissen, was sie tun, was sie mit uns anstellen.”

Peter Stamm: Agnes, Seite 120

(→ Rezension)

 

#2

“Die vermeintlich harmlosesten Menschen halten eine Welt in sich verborgen, in der unvorstellbare Dinge geschehen. Wenn wir durch Zufall dort hineingeraten, überkommt uns ein Gefühl von Unruhe und Furcht, als dringe man in einen fremden Garten ein. “

Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

(→ Rezension)

 

#3

Es kommt nicht darauf an, was wir sind, sondern was wir aus unseren Ressourcen machen. Es ist egal, ob man 650000 Stunden lebt oder sechseinhalb. Die Anzahl der Stunden allein nutzt einem nichts, wenn man nicht weiß, was man damit anfangen soll.

Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

(→ Rezension)

 

#4

Ich sehe Schreiben als eine Art von Teilen. Jedes Buch besteht aus zwei Personen – dem Autor und dem Leser. Jeder Leser ist unterschiedlich, und jeder Leser liest ein anderes Buch. Das ist sehr intim. Ein Buch ist der einzige Platz in der Welt, an dem sich zwei Fremde auf intime Weise begegnen können. Und darum ist es so wichtig, dass es Bücher gibt.”

Paul Auster (Bücher, 5/6 2012, S. 28)

(→ Rezension)

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